Fallas Valencia Ofrena

Was dich in 6 Minuten Lesevergnügen erwartet:

  • Einleitung

  • Fallas – wo alles begann

  • Fallas – das Spektakel der Superlative im 21.JH

  • Ein Fest, das sich kaum beschreiben lässt

  • Wenn alles brennt – La Cremà

  • „HOPE“ – eine Figur mitten ins Herz

  • Mein ganz persönliches Empfinden & Erleben

  • Was ich im Gesamtensemble gesehen habe & Was das mit uns zu tun hat

  • Mein Fazit – oder vielleicht eher ein Gefühl

Las Fallas Valencia
Ausnahmezustand zwischen
Tradition – Feuer & Hoffnung

Einstimmung

Jedes Jahr vom 15. bis 19. März verwandelt sich Valencia in einen Ausnahmezustand der besonderen Art. Farben, Musik, ein zwölfstündiger Trachtenumzug, Blumen, Knallerei, Feuerwerk – und am Ende: Flammen.

In den Straßen tauchen plötzlich monumentale Figuren auf – bis zu 30 Meter hoch und 42 Meter breit. Kunstwerke aus Pappmaché, die dich an jeder Ecke innehalten lassen.

Ist das Ganze ein Spektakel für Touristen?
Oder eine jahrhundertealte Tradition, die aus tiefstem Herzen gelebt wird?

In diesem Beitrag nehme ich dich mit – zu den Ursprüngen der Fallas, zum Blumenopfer,
zur Bedeutung der Figuren.

Und vor allem zu dem Moment, der mich in diesem Jahr tief berührt hat: die große Falla am Rathausplatz.

Ohne sie würde es diesen Beitrag nicht geben.

Ich wünsche dir berührende Leseminuten.

Fallas – wo alles begann

Die Ursprünge der Fallas reichen zurück ins 18. Jahrhundert. Nach dem Winter verlagerten die Zimmerleute ihre Arbeit wieder nach draußen. Ihre hölzernen Lampengestelle – die Parotas – wurden nicht mehr gebraucht und kurzerhand verbrannt.

Irgendwann geschah das nicht mehr zufällig, sondern am 19. März – dem Tag des Heiligen Josef, Schutzpatron der Zimmerleute.

Aus diesen einfachen Feuern entstand nach und nach etwas Größeres:
Die Gestelle wurden geschmückt, bemalt, verkleidet.

Daraus entwickelten sich über die Zeit die heutigen, riesigen Figuren, die du in den Straßen von Valencia bewundern kannst.

Ein Fest, das sich kaum beschreiben lässt

Wenn ich an die Fallas denke, fallen mir ehrlich gesagt nur Superlative ein.
Über 700 Figuren stehen verteilt in der ganzen Stadt. Jede einzelne mit so viel Liebe gestaltet,
so voller Ideen, Humor, Weltthemen und Gesellschaftskritik.

Man läuft durch die Straßen und bleibt immer wieder stehen, staunt, lächelt, denkt nach. Ist berührt.

Es ist unmöglich, alles aufzunehmen – und genau das macht den Zauber aus.
Lass dich einfach treiben und überraschen.

Die Ofrena – ein Herzmoment

Das absolute Herzstück ist für mich die Ofrena de Flores, der Trachtenumzug mit Blumenopfer.

Mehr als 100.000 Menschen ziehen durch die Straßen – vom kleinen Baby bis zur alten Frau. Alle in Tracht.

Die Frauen tragen aufwendig gearbeitete Kleider aus Brokat und Seide, jedes ein Unikat. Die Haare sind kunstvoll frisiert. Auch die Männer und kleinen Buben im Kinderwagen sind traditionell gekleidet.

Der Weg der Falleros und Falleras führt durch die ganze Stadt, dauert von 15:00 Uhr bis nach Mitternacht und jede Gruppe wird begleitet von einer Musikkapelle.

Der Weg führt zur Plaza de la Virgen, der Stadtpatronin Valencias, der Jungfrau der Schutzlosen (Virgen de los Desamparados).

Jede Frau trägt einen Blumenstrauß mit weißen, roten oder gelben Nelken in der Hand.

Aus diesen Blumen entsteht über Stunden der Mantel der „Geperudeta“, wie die Valencianer ihre Schutzpatronin liebevoll nennen.

Am Anfang: ein 14 Meter hohes, leeres Holzgerüst nur mit dem Kopf der Jungfrau und dem Baby im Arm.
Am Ende: ein riesiges, lebendiges Kunstwerk der Jungfrau der Schutzlosen aus einem Blumenmeer.

Die Stimmung?

Feierlich. Friedlich. Tief berührend.
Ein Event voller Herzmomente – für die, die teilnehmen, und für die, die zuschauen.

Virgen Fallas Valencia
La Ofrena Valencia

Wenn alles brennt – La Cremà

Und dann kommt der Moment, in dem alles wieder geht.
Am 19. März werden die über 700 Figuren in den Straßen verbrannt.

Natürlich wieder begleitet von monumentalen Feuerwerken.
Alles, was über Monate erschaffen wurde, wird zu Asche.

Ich musste dabei unweigerlich an Rituale denken – an Loslassen, an Transformation.
Vielleicht ist genau das die Botschaft:

Nichts ist für immer. Aber alles hat seine Bedeutung. Zu seiner Zeit.

„HOPE“ – eine Figur mitten ins Herz

Dieses Jahr stand die große Figur am Rathausplatz unter dem Motto „HOPE“.

Eine 27 Meter hohe Skulptur von Charlie Chaplin – als Soldat gekleidet.
In seiner linken gen Himmel geöffneten Hand: ein kleiner, bunter Schmetterling.

Sein Blick – vollkommen fixiert auf dieses zarte Wesen.
Seine Augen – übergroß und komplett auf diesen Schmetterling gerichtet.

HOPE – steht in den Farben des Schmetterlings an den Füßen dieser Figur.
Ich spüre, dass hier etwas ganz Besonderes erschaffen wurde.

Eine Botschaft, die mein Herz erreicht.
Eine Botschaft des Friedens, der Hoffnung und Zuversicht.

Charlie Chaplin Hope Fallas

Mein ganz persönliches Erleben & Empfinden

Wir kamen vom Plaza de la Virgen und sahen die Figur zunächst nur von der Seite.
Dann kamen wir näher. Und plötzlich war da dieser Moment.

Ich sah diesen Blick. Diesen Schmetterling. Dieses Wort: HOPE.

Und ich habe sofort gespürt:
Hier wurde etwas erschaffen, das mir aus tiefstem Herzen spricht.

Wir gingen weiter um die Figur herum.
Eine Seite zeigte verbrannte Erde. Grau. Zerstörung. Eine Familie, gezeichnet vom Krieg.
Die Jahreszahl: 2026.

Noch weiter seitlich jedoch: Farben. Leben. Menschen. Hoffnung.
Die Zahlen 80er & 90er Jahre. Dazu Autos, ein Haus, ein Sparschwein. Was schien damals alles möglich.

Und dann die Rückseite des Soldaten:
Arme, die sich hoffnungsvoll in den Himmel strecken.
Bunte Herzen auf den Fingerspitzen.

Und darunter – fast wie ein Fundament – Auszüge aus der spanischen Verfassung von 1978.
In diesem Moment hat sich für mich etwas verbunden.

Diese Texte stehen für Menschenrechte, für spanische Traditionen, für Menschenwürde,
für die Möglichkeit eines freien Lebens.
Für die Grundlage dessen, was ein friedliches Miteinander überhaupt erst möglich macht.

Links und rechts neben der Verfassung: Figuren der Kreativität und Lebensfreude.
Ein Junge, der Gitarre spielt. Ein Mädchen, das malt.

Farben. Leben. HOPE.

Ich stand da – und mir liefen die Tränen.
Ich fühlte mich innerlich wie blossgelegt. Diese Bilder, diese Figuren haben mich zutiefst berührt.
Auch oder gerade die eigene Erinnerung an die 90er Jahre, dann diese Sätze aus der spanischen Verfassung.
Es ist alles da, wir müssen es nur so leben.

Was ich im Gesamtensemble gesehen habe

Es gibt immer Hoffnung.

Selbst im Rücken des Krieges wachsen bereits die ersten Pflänzchen des Friedens.
Farben. Licht. Leben.

Und gleichzeitig hat mich die spanische Verfassung auf dieser Figur an etwas erinnert:

Frieden ist kein Zufall. Er braucht ein Fundament. Dieses Fundament sind wir. Jeder von uns.
Frieden braucht Menschen, die wertschätzend miteinander umgehen.
Frieden in der Welt braucht den Frieden in jedem Einzelnen.

Denn wenn wir nicht achtsam sind, kann im Rücken des Friedens wieder Dunkelheit entstehen –
wenn wir uns gegeneinander ausspielen lassen, wenn wir zulassen,
dass uns genau diese verfassungsmäßig verankerten Rechte genommen werden.

Und dann kam mir ein Gedanke, der für mich diese Charlie Chaplin – Umsetzung & HOPE noch mal
unter einem weiteren Aspekt hat sehen lassen:

Dieser bunte Schmetterling konnte nur landen, weil die Hand des Soldaten geöffnet war.

Wir können das Bunte nur wahrnehmen, wenn wir auch offen dafür sind.
Wenn wir die Faust ballen, kann kein Schmetterling auf unserer Hand landen.
Wenn wir uns verschließen, sehen wir das Farbenfrohe nicht.
Dann sind wir nicht in der Lage HOPE, die Hoffnung wahrzunehmen.

Was das mit uns zu tun hat

Es liegt an uns, was wir in diese Welt tragen.
Wenn ein kleiner Schmetterling einem Soldaten im Krieg Hoffnung schenken kann –
was ist dann erst durch uns Menschen möglich?

Jeder von uns kann etwas bewegen.
Im Kleinen. Im Alltag.

Ein Wort – Ein Blick – Eine Handlung.

Und dann verbrannte traditionsgemäß am 19.März auch diese Figur.
Zuerst wurden die Scheinwerfer ausgestellt, es wurde dunkel.
Dann folgte ein faszinierendes Feuerwerk zur Verabschiedung.
Danach wurde auch diese so beeindruckende Fallas Figur in Brand gesetzt.

Auch „HOPE“ wurde am Ende zu Asche.

Und doch war da ein Moment, der geblieben ist:

Die linke Hand mit dem kleinen Herz hielt am längsten stand.
Bis zuletzt tanzte es in den Flammen.

Dieses Bild werde ich nicht so schnell vergessen.

Hope verbrennt Fallas Valencia

Mein Fazit – oder vielleicht eher ein Gefühl

Wie alle Figuren wurde auch HOPE verbrannt und als Wunsch dem Universum übergeben.
Diese Figur wurde zu Asche. Aber in jedem der sie in Valencia bewundert hat,
der still und mit Tränen in den Augen davor stand, lebt sie weiter.

Als HOPE, als Hoffnung.

Jeder Einzelne von uns kann HOPE erschaffen:

  • Mit seinen Gedanken. Mit seinem Handeln

  • Lass dich nicht von Angst dominieren

  • Richte deinen Blick auf das, was möglich ist
  • Auf Hoffnung – Auf Frieden – Auf Farben & Glück

  • HOPE

Wenn du magst, teile gerne deine Gedanken dazu mit mir.
Hier 3 Klicks zu Youtube: Hope1Hope2Hope3

Wenn du jetzt Lust hast, Las Fallas live zu erleben, dann buche hier dein Ferienhaus.

Sabine Tscharntke

Sabine Tscharntke Yoga macht gluecklich

Namaste,

ich bin Sabine – Yogalehrerin und Sportlerin mit viel Herz und Leidenschaft.

In meinem Zuhause, dem wunderschönen Hinterland von Valencia, finde ich täglich Inspiration: in der Natur, in der faszinierenden Ruhe, im kleinen Café und beim Beobachten des Lebens.

Reisen zwischen Europa, Thailand und Nepal haben mich gelehrt, meinem Herzen zu folgen – so habe ich dem Banking Adieu gesagt, in Nepal ein Kinderhaus aufgebaut und in Spanien meine Herzensheimat gefunden.

In meinen Beiträgen teile ich Gedanken, Erfahrungen und Geschichten aus dem Himalaya, die Mut machen, inspirieren und dein Herz zum Klingen bringen. 🕉️

Hier erfährst du mehr über mich.

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Hinterlasse einen Kommentar

  1. Brigitte 25. März 2026 at 16:28- antworten

    Liebe Sabine,
    Las Fallas habe ich jetzt zum ersten Mal kennengelernt. Danke für diese wundervollen Informationen und Bilder.
    Bei uns wird Sommergewinn gefeiert, natürlich viel kleiner und mit anderer Tradition, aber auch super schön.

    Deine Beschreibung zu HOPE hat mich tief berührt, gerade in dieser Zeit.
    Du machst mit deinen Texten immer Mut.
    Brigitte

    • Sabine Tscharntke 25. März 2026 at 16:33- antworten

      Liebe Brigitte,
      danke für dein Feedback.
      Es macht mich glücklich zu lesen, dass dir meine Texte Mut machen. Ich finde dies so wichtig.
      Wir sollten uns mehr auf das Schöne konzentrieren, das Traditionelle würdigen, zudem der Familie, Freunden und der Natur um uns herum mehr „Raum“ geben.
      Das ist wie gutes Essen. Es nährt uns, es schenkt uns positive Emotionen.
      Sabine

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